LESEN UND INFORMIEREN BRINGT SELBSTVERTRAUEN
Ein fast unüberschaubares Angebot an Fach- und Nachschlagebüchern auf dem Sektor Psychiatrie macht die Auswahl schwer. Aus dieser großen Fülle empfehlen wir Fachbücher, die den Informationsbedarf psychisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen treffen und für Laien gut verständlich sind. Sie beschreiben Krankheiten und den Umgang damit und zeigen neue Wege der Behandlung, Versorgung und der Selbsthilfe auf.
Darüber hinaus gibt es ein reiches Sortiment an erzählenden Erfahrungsberichten, die anschaulich beschreiben, wie von psychischer Krankheit betroffene Menschen selbst und ihre Angehörigen die Erkrankung erlebt und bewältigt haben.
Sie haben darunter zu leiden, dass der kranke Elternteil während akuten Krankheitsphasen für ihre Versorgung nur bedingt zur Verfügung steht und sie erleben eine Veränderung, die sie nicht verstehen können. Die psychische Erkrankung wird häufig tabuisiert, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie. Viele betroffene Kinder trauen sich nicht über das Thema zu sprechen, weil es ihnen verboten wurde, weil sie sich schämen oder weil sie Angst haben, in ein Heim zu müssen. Andere fühlen sich für die Erkrankung verantwortlich und glauben, dass ihr Verhalten direkten Einfluss auf die seelische Verfassung des erkrankten Elternteils hat. Oft übernehmen die Kinder Verantwortung für Geschwister und Eltern.
Auch als Erwachsene leiden viele Kinder noch unter der Erkrankung eines Elternteils. Im emotionalen Bereich fühlen sie sich um eine unbeschwerte Kindheit und Jugend betrogen. Sie haben Angst, selbst psychisch krank zu werden und sind mit der Frage konfrontiert, in wie weit sie sich von der Familie lösen dürfen oder ein Leben lang Verantwortung für den kranken Elternteil übernehmen müssen.