VIELES IST ANDERS UND NEU
Angehörige tun sich schwer, die Krankheit zu akzeptieren. Sie schwanken zwischen Verständnis und Zweifel und zwischen Hoffnung und Zukunftsangst. Glücklicherweise kann die Krankheit in vielen Fällen günstig verlaufen. Ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Patienten erleidet jedoch Rückfälle oder bleibt dauerhaft beeinträchtigt.
Eine Reihe von Belastungen machen den Nahestehenden das Leben schwer:
Stigmatisierung
In der Psychiatrie wird der Ausdruck gebraucht, wenn jemand auf diskriminierende Weise als psychisch krank, d.h. als „nicht normal“ hingestellt wird. Die Umgebung reagiert häufig mit Vorurteilen, Unsicherheit, Unverständnis und Ablehnung auf psychische Erkrankungen.
Vorurteile und Stigmatisierung erschweren es psychisch kranken Menschen, mit den Folgen der Erkrankung fertig zu werden. Sie sind Hindernisse bei der Wiedereingliederung in Gemeinde und Beruf.
Emotionale Belastungen
- Unsicherheit bezüglich des Umgangs miteinander
- Angst vor erneuten Krisen
- Angst, Fehler zu machen
- Schuld- und Schamgefühle
- Hoffnungslosigkeit
- Verantwortungsdruck
- Unterschiedliches Krankheitsverständnis in der Familie
- Sorge um die Zukunft
Symptombedingte Belastungen
- Rückzug und Motivationslosigkeit
- Überaktives Verhalten
- Niedrige Frustrationstoleranz
- Wahnvorstellungen
- Zwangssymptome
- Gefühlsverflachung
- Vernachlässigung der körperlichen Hygiene
Soziale Belastungen
- Benachteiligung im Beruf
- Verlust von Freunden
- „Angebunden sein“
Gefahr der Vereinsamung
Finanzielle Belastungen
- Finanzielle Unterstützung des Erkrankten
- Heranziehung der Angehörigen zu Sozialhilfeleistungen (Unterhaltspflicht)
- Betreuung und Pflege zwingt zur Aufgabe des eigenen Berufs
Belastungen aufgrund von Versorgungsdefiziten
- Mangel an Informationen für Angehörige
- Fehlende Unterstützung der betreuenden Familien
- Behandlungsabbrüche aufgrund langer Wartezeiten
- Zu wenig ambulante Krisenversorgung
- Schlechte Arbeitssituation für psychisch kranke Menschen
- Nebenwirkungen von Psychopharmaka
